24 - 09 - 2021

19. August 2012

Reinhard Rakow

Hitze


Hitze, lass dein Brennen nicht
Niederzwingen meine Stärke!
Durst und Dürre gehn zu Werke
Bis das morsche Auge bricht.

Kirre Luft wirft auf den Asphalt
Wahngestalten tanzend weg.
Glas und Schmiere und ein Blutfleck
Künden stumm von Urgewalt.

Nacktes Fleisch dörrt an den Stränden
Faul und wehrlos vor sich hin.
Schnitter und der Schnitterin
Zuckt die Gier schon in den Händen.

Taumelnd greift ein Greis ins Leere
Wo die enge Ader staut.
Ein Schrei verdampft. Ein Blick ergraut.
Möwen jaulen überm Meere.

Gnadenlos gewaltsam fluten
Glut und Licht den matten Tag.
Siedend in der Schatten Schlag
Zählt er keuchend die Minuten.

Viel zu heiß die Stunden draußen!
Viel zu schwül die Nacht im Bett!
Lust und Alb und ein Skelett
An des Körpers Hülle schmausen.

Es flirrt die Zeit wie Irresein...
Ihr Schweiß tropft unerträglich ...
Aushöhlt den Grund tagtäglich ...

Und der Spaten dringt leicht ein —

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