15 - 12 - 2017

15. April 2017

Reinhard Rakow

osterspaziergang

gespräch mit scheinfremden,
ostergrüße ins all der belanglosigkeiten, die luft
riecht schwach noch nach kaltem rauch
ihr echo autistisch
im draht.
ein schmutziger hof. zerbrochenes pflaster,
ein zweig, den der sturm
der birke entriss, und kein mensch
auf den wegen...
man stolpert,
am horizont golgathawolken,
die nächtlichen wässer voran.
wo nur die zeit blieb?
im maul der geschmack
von judas´ kuss...

die mir anbefohlen: schützte ich sie?
und die mich liebten: liebte ich wider?
und meine brüder: hab´ ich sie behütet?
bitter die erde, ihr klang
unter kreuzschweren schritten, der last
meiner schwäche, der schuld.
essig zum trinken wünschte ich mir...
peitschenschläg´ auf den rücken
hätt ich verdienet...

die priester der leere
zelebrieren ihr hochamt. würdig
segnen sie unser scheinen,
wissend um unser fremdsein
treten sie in den schatten,
auf verschollenen straßen
den nächtlichen wässern
entgegen.

2004