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31. März 2017

Reinhard Rakow
Abend

Wälze, schweres Bärenwesen, träge
Deinen feisten Dunkels Wanst zur Seite,
Wo die Nacht wohnt; kriech in fetter Breite
Über Höfe, unter Erker, in Verschläge,

Schlürfe gierig ihre Tinte, saug dich voll
Mit Schweigen, Flüstern, unerhörten Giften —
Und vergieß´ sie wieder... — Später driften
In der Brühe kleine Kinder und ein Troll,

Auf dem Rücken, Augen weiß und weit geschlossen,
Über sich herbsüße Phlegmen trunk´ner Bläue,
Leerer Träume, müder Zweifel, falscher Reue...

Dann schwallt Schwärze an, von Ewigkeit umflossen.
Du, Bärentier, wirst eins mit ihren Fluten,
Wir retten uns in Betten und Kanuten.