27 - 02 - 2021

23. Februar 2017

Reinhard Rakow
in meiner kammer

in meiner kammer brennt kein licht.
die wand ist steil und kühl und braun.
das tau, das von der decke hängt, führt zu dem baum
der, wenn man ihn umfängt, zerbricht.

das wasser kommt hier tropfend vor.
es wartet ab und klopft schwach an.
der hall, der leis´ nach innen dringt, verliert sodann
sich, kaum dass er klingt, im botenchor.

ein duft von lilien und jasmin.
die luft riecht pest und eng und krank.
die last, mit der sie uns abschließt, ist voll gestank
und tod und schierling und toxin.

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