24 - 09 - 2021

29. Januar 2017

Reinhard Rakow
Wintermorgen

Natürlich, wir wussten, dass es so kommt, manch
Wort war lang schon verjährt, zu Frost erloschen,
Der Anspruch auf- und untereinander
Verbraucht im Laufe der Zeit...
Dem Würgegriff die Adern schutzlos
Überlassen der Winde.

Winterlieder war´n wärmer einst, lautloser
Der Habicht, sein Sturz aus dem Baum,
Schärfer die Krallen, die schlugen ins Aas;
Leuchtender aber der Schein
Von Lagerfeuern brennender Kälte
In unser Gedächtnis.

Dies durchsichtig kalte Blau!  Des Morgens, wenn
Es dem Rot wich, weil keiner wußte, wohin
Des Weges.  Doch sinnlos, folgend dem
Eingeständnis, fiel leise
Und tanzt´, als wär´s ein besoffenes Kind,
Ausgelassen so: Schnee --

Ach!, der Eisvogel ist lang´ schon verzogen
In günstig´re Gefilde; unwirtlich
Die Zonen, da tropfte, wenn´s taute, Blut...
Wohlig in weiche Wasser
Tauchet die Sonn´ ihr funkelnd Gefieder,
Perlen reihen am Draht.

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